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Von Glasfaser bis 5G: Weiterstädter siticom GmbH gut im Geschäft

Im Original erschienen am Freitag, den 24.01.2020 im Darmstädter Echo, verfasst von Anja Ingelmann – Reporterin Wirtschaft Südhessen

Vorbei an denkmalgeschützten Gebäuden und Friedhöfen: Die Planung für Glasfaserverkabelung ist anspruchsvoll. Die siticom GmbH ist dafür Spezialist und hat hohe Ziele.

Der erste Blick auf die andere Straßenseite vom Einkaufszentrum Loop 5 lässt es schon erahnen. Selbstbewusst prangt das Firmenlogo der siticom GmbH auf dem Dach des Hochhauses. Der Schriftzug mit der Wolke ist nicht viel kleiner als das Logo der Devoteam GmbH auf der anderen Seite. Früher lief das Geschäft unter dem Dach von Devoteam. Seit 2017 gehen die Unternehmen getrennte Wege, Devoteam als IT-Berater und Dienstleister, siticom als Spezialist für Netze und Infrastruktur. Gut zwei Jahre nach dem Buy-out durch die früheren Devoteam-Manager Jürgen Hatzipantelis (58) und Stefan Höltken (51) hat sich das Unternehmen am Markt etabliert. Ein Drittel hält Devoteam. „Alle Ziele, die wir uns vor zwei Jahren gesetzt hatten, haben wir erreicht“, sagt Hatzipantelis.

Wenn Boden aufgegraben, Kabel verlegt oder ganze Industriegelände vernetzt werden, dann kommt siticom ins Spiel. Durch den vermehrten Ausbau des Glasfasernetzes bis in den letzten Winkel der Bundesrepublik ist ein Geschäftsfeld entstanden, das kräftig wächst. siticom übernimmt unter anderem die Planung der Netze und arbeitet beispielsweise mit der Deutschen Telekom zusammen.

Mehr als zehn Prozent Wachstum als Ziel in 2020

Sollen die Kabel durch eine Altstadt mit denkmalgeschützten Gebäuden geführt werden oder um einen Friedhof herum, ist Planung umso anspruchsvoller. Eigene Mitarbeiter begleiten die Bauarbeiten vor Ort und stehen auch im letzten Winkel von Brandenburg als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Team von anfangs 70 Mitarbeitern – fast alle von Devoteam – hat sich auf 120 Köpfe vergrößert. Insgesamt 200 Leute sind regelmäßig in Projekten, wobei siticom auch Unterstützung von außen holt, „entweder für Know-how oder um Spitzen abzudecken“, so Hatzipantelis. In Weiterstadt haben 30 Festangestellte ihren Sitz, dazukommen 25 Mitarbeiter von Partnerfirmen. Die übrigen verteilen sich auf die anderen Standorte in München, Köln, Bruchsal und Dresden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete siticom rund 20 Millionen Euro Umsatz, Ziel ist ein jährliches Wachstum von mehr als zehn Prozent. Profitabel sei das Unternehmen „vom ersten Tag an“, so der Chef.

Im Breitbandausbau hat Deutschland Nachholbedarf, „weltweit liegen wir bestenfalls im Mittelfeld“, schätzt Hatzipantelis. Bei den  Glasfaseranschlüssen rangiert die Bundesrepublik unter den OECD-Ländern auf einem der letzten Plätze (Stand 2018). Die Nachfrage ist hoch, von den Industrieunternehmen nutzen heute immerhin 57 Prozent einen Glasfaseranschluss. Davon setzen 18 Prozent auf eine Glasfaserleitung, die ausschließlich dem Unternehmen zur Verfügung steht, heißt es in einer Bitkom-Umfrage von September. Auch solche Leistungen bietet siticom, zudem betreibt man die Netze und kontrolliert sie rund um die Uhr.

Die Weiterstädter sind nicht nur Dienstleister für Telekommunikations-firmen wie Telekom, Vodafone oder Nokia. Auch große Unternehmen wie der Bauriese Strabag, die Autokonzerne Volkswagen, Audi und Daimler sowie der Flugzeughersteller Airbus gehören zu den Kunden. Einen großen Auftrag gab es etwa von der früheren Bayer-Tochter Currenta. 2018 gewann man 16 Neukunden, 2019 kamen weitere 24 dazu. Während Hatzipantelis vor allem am Hauptsitz Weiterstadt aktiv ist, bearbeitet Höltken den Markt von München aus. Mit dem Thema 5G-Mobilfunk zeichnet sich das nächste große Thema ab, „und wir planen auch Ladesäulen für E-Fahrzeuge“.

Dafür braucht es qualifizierte Mitarbeiter, denen siticom ein gutes Umfeld bieten will. Auf die Auszeichnung als „Top-Arbeitgeber im Mittelstand“ vom Magazin Focus Business ist man nach nur zwei Jahren besonders stolz. Angesichts 100 000 offener Stellen für IT-Fachkräfte in Deutschland kann dies ein Argument sein, um Bewerber zu überzeugen.

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